Am 28.10.2004 gründeten 13 Frauenfußballbegeisterte den
1. Frauenfußball-Club in Hannover. 12 Frauen und ein Mann gehörten zu den Mitgliedern der ersten Stunde.
Es war für alle ein sehr fröhliches und auch irgendwie feierliches Ereignis, denn den ersten rein auf Frauen- und Mädchenfußball ausgerichteten Verein in der Landeshauptstadt Niedersachsens zu gründen.... das war schon ein historischer Moment und auf jeden Fall auch mit Gänsehautgefühl verbunden.
Jede/r Einzelne hatte im Laufe der aktiven Fußballjahre oder des Betreuens einer Mannschaft nicht nur gute Erfahrungen mit Vereinen gemacht, die Frauenfußball als Freizeitsportart anboten.
Es war eigentlich immer das gleiche Dilemma : In Fußballvereinen, die hauptsächlich auf den männlichen Fußball ausgerichtet sind (und das sind 99%), spielen die kickenden Frauen grundsätzlich allenfalls „die 2.Geige“, egal wie hoch ihre sportlichen Erfolge einzuordnen sind/waren, egal, welche Spielklasse sie erreicht haben/hatten. Fußballspielende Frauen und Mädchen werden nach wie vor –trotz des enormen Interessenanstieges nach der WM in den USA- von den Vereinen oft nur am Rande der Fußballsparte angeordnet und bekommen nicht die Unterstützung, die eine Ausrichtung zum Leistungssport möglich machen würde. Eine immer wiederkehrende Situation ohne Perspektive .... wie kann der Ehrgeiz der kickenden Frauen nun also auf fruchtbaren Boden fallen ?
Diese Frage haben die Gründungsmitglieder in den verschiedenen Vereinen immer wieder gestellt und keine aufbauenden oder unterstützenden Antworten oder Taten erlebt.
Auch Eigeninitiativen, die die Vereine entlastet hätten, indem die Frauenfußballmannschaft sich selbst organisiert und finanziert hätte,
wurden belächelt oder sogar als „Zerstörung der Mannschaft“ gewertet.
Das ist irgendwie „verkehrte Welt“.... da will man nun alles geben und darf nicht !
An irgendeinem Punkt fängt Frau dann auch an, dieses - wenn auch extrem unflexible, aber dennoch auch nachvollziehbare aus der Tradition der deutschen Fußballvereine entstandene- Selbstverständnis der männerdominierten Fußballvereine als gegeben hinzunehmen.
Aber ab diesem Punkt dann „ohne mich“ !
Eine „Randsportart“ muss keine auferlegten Grenzen ihrer Entwicklung akzeptieren, sie kann ihr Schicksal selber in die Hand nehmen und dafür sorgen, dass ihre Interessen wahrgenommen werden.
Soviel zu unseren Beweggründen, warum wir Ende 2004 den 1.FFC Hannover gründeten. Es war uns allen sehr wichtig, Perspektiven für unseren Sport zu bekommen, uns entwickeln zu können, nicht ausgebremst zu werden, wenn wir gerade zum Höhenflug ansetzen wollen.
Es fanden sich also 12 Frauen und ein Mann im Stadtteil Linden-Nord ein und besprachen in einer 4-stündigen Gründungssitzung die Satzung des Vereines. Jeder nahm diesen formalen Akt sehr ernst und es gab viele Anregungen und Vorschläge, wie unser Verein bestmöglich organisiert werden solle.
Es war ein erhebendes Gefühl, die Urschrift der Satzung gemeinsam zu unterzeichenen.... der erste Schritt war getan.
Als Vorstand einigte man sich auf 4 Frauen, die den meisten aus ihrer langjährigen Fußballkarriere bekannt waren :
1. Vorsitzende wurde Regine Lipkow, 2. Vorsitzende wurde Karin Clemens, Kassenführerin Simone Hildebrand und Schriftführerin Conny Schmidt. Um die zeitraubenden Organisationsarbeiten wie Spielerinnensuche, Kontaktpflege und das allgemeine Management eines solchen Vereines kümmert sich seitdem Holger Kirchner... zusammen mit dem Trainerjob, den Karin Clemens mit viel Erfahrung ausfüllt, sind diese beiden Vereinsaufgaben mit einem enormen Zeitaufwand verbunden. Freizeit heißt jetzt bei den beiden 1.FFC !
Unsere Ziele....
Ganz klar : wir wollen den Frauen- und Mädchenfußball unterstützen und ihn aufbauen. Die Interessen der Spielerinnen sollen zielgerichtet vertreten werden, wir wollen angemessene Professionalität in der Organisation und in den Aufbau der Mannschaften realisieren. Es soll kein “Dahindümpeln” einer vermeintlichen Randsportart mehr geben, das haben wir alle hinreichend miterlebt.
Den Spielerinnen sollen Entwicklungsmöglichkeiten gegeben werden, Perspektiven in Richtung Leistungssport sollen motivieren und das Potential der Frauen und Mädchen zum Vorschein bringen.
Die Anforderungen an einen reinen Frauen- und Mädchenfußballverein sind andere als die auf einen auf männlichen Fußball ausgerichteten Verein. Dieser Tatsache soll in allen Bereichen Rechnung getragen werden.
Das fängt bei der Spielerinnensuche an, es sind Gespräche mit den Eltern junger Fußballerinnen zu führen, oft müssen alte Vorurteile aus dem Weg geräumt werden.
Auch der Umgang mit den Spielerinnen ist anders, als man es aus den Jungen- und Männermannschaften kennt. Oft ist mehr Ansprache notwendig, die Betreuung geht sehr oft weit über das sportliche hinaus, man hilft auch bei Problemchen im privaten Bereich. Bei den jüngeren Spielerinnen ist ein Abholen und Zurückbringen zu Training und Spielen zu gewährleisten, sonst würden die Eltern oft in ihrer Sorge um die Tochter das Fußballspielen im Verein ablehnen. Es muss also für alle und für alles gesorgt werden, jedes aktive und passive Mitglied soll sich im Verein wiederfinden.
Wichtig sind hierfür auch gemeinsame Veranstaltungen, das Zusammenwachsen der Mannschaft soll ermöglicht werden. Partys, gemeinsame Verabredungen auf dem Schützenfest oder die Mithilfe der gesamten Mannschaft bei einem Umzug.... das Motto “11 Freunde sollt ihr sein” kann sicherlich nicht eingefordert werden, aber jedes Mitglied scheint doch für sich genau diesen Anspruch an eine Mannschaft realisieren zu wollen.
Der 1.FFC Hannover will also allen fußballinteressierten Frauen und Mädchen eine sportliche und soziale Entwicklungsbasis bieten, abgestimmt auf ihre speziellen Interessen. Selbstvertrauen und die Integration in eine sozial funktionierende Gruppe sind wichtige Schritte für Frauen und Mädchen, die sich behaupten wollen. Über den Sport sollen also auch soziale Aspekte erfüllt werden.
Unsere Zukunftspläne....
Mittlerweile haben wir unsere Mitgliederzahl seit der Gründung mehr als verdoppelt, haben Freunde und Unterstützer gewonnen. Das ist mit viel Arbeit und Engagement verbunden und auch die angemessene Professionalität in der Organisation ist ein Muss, welches sich auszahlt.
Es soll in Kürze eine 2.Frauenmannschaft angemeldet werden, in spätestens einem Jahr wollen wir auch eine Mädchenmannschaft aufbauen. Ohne eine Förderung “von klein auf” und engagierter Jugendarbeit kann sich kein Verein entwickeln. Die langfristige Bedarfsdeckung an Spielerinnen kann auch nur so möglich gemacht werden.
Es soll also für jede Spielerin –egal ob jung oder alt, egal ob lieber Hobby- oder Leistungssportlerin- ein Platz, eine Mannschaft vorhanden sein, um ihren Sport mit viel Spaß daran ausüben zu können.
Ganz wichtig wird für uns in Zukunft das Thema Sponsoring werden.
Hier werden wir verstärkt an die möglichen Firmen und Institutionen herantreten und unseren Verein darstellen.... den 1. Frauenfußballclub in Hannover !
Wir wollen dafür sorgen, dass wir viel Unterstützung bekommen und unser Bekanntheitsgrad wächst.